Diese Website verwendet Cookies.
Zum Hauptinhalt springen

Tanzverbot abschaffen!

“Alles andere als zeitgemäß”, beschreibt Georg Buder den Paragraphen im Thüringer Feiertagsgesetz, welcher regelt, dass ein ganztägiges Tanz- und Vergnügungsverbot an ausgewählten Feiertagen gilt. 

Seit Mitte der 90er Jahre gilt in Thüringen “Erhöhter Schutz an Stillen Tagen”, wie z.B. den Karfreitag oder den Totensonntag. Damit einher geht ein Verbot von musikalischen und sonstigen unterhaltenden Veranstaltungen und auch Filmen, was die linksjugend [‘solid] Thüringen nicht hinnehmen will. 

“Wir, die linksjugend [‘solid] Thüringen fordern die Landesregierung dazu auf, diesen Paragraphen zu streichen und sich der Zukunft zu stellen. Wenn Thüringen für eine weltoffene und jugendgerechte Politik einstehen will, sollten Maßnahmen ergriffen werden, um dieser gerecht zu werden”, fordert Katja Maurer. Auch geht ein solches Verbot an der Lebenswirklichkeit vieler junger Arbeiter*innen vorbei, die nur zwei oder sogar ein Wochenende im Monat frei haben. Nach Auffassung von Maurer ist es nicht mehr angemessen, bestimmte Feiertage mit einem Tanz- und Vergnügungsverbot zu belegen, da überhaupt nur noch geringe Teile der Bevölkerung Anteilnahme an den betreffenden Tagen zeigen. Seit Jahren hat die Kirche rückläufige Mitgliederzahlen sowie schwindenden Rückhalt in der Bevölkerung, womit es nicht mehr zeitgemäß ist, deren Normen und Ansichten der ganzen Bevölkerung überzustülpen. Nach Grundgesetz Art. 4 Abs.1 hat jeder Mensch das Recht an das zu glauben, was er will oder aber an Nichts zu glauben. Mit dem Tanz- und Vergnügungsverbot findet aber ein Eingriff in dieses Grundrecht statt, da dieses Verbot aus religiösen Gründen allen Bevölkerungsteilen aufgezwungen wird. “Gerade Jugendliche und junge Erwachsene trifft dieses Verbot am häufigsten, wobei diese doch zu den wenigsten Kirchgängern gehören”, empört sich Buder. "Davon unabhängig könne sowieso niemand glaubhaft erklären, wie der Kirchgang von einem entfernten Konzert oder Fußballspiel gestört werden könne." “Grundsätzlich tritt die linksjugend [‘solid] für eine Umwidmung aller religiösen Feiertage ein, sieht aber einen noch schwerwiegenderen Eingriff vorliegen, da momentan nur christliche Feiertage berücksichtigt werden”, sind sich Buder und Maurer einig.