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Gina Hoffmann, Tim Rosenstock

In Thüringen baut Tommy Frenck rechte Infrastruktur weiter aus

Einem Bericht von "Blick nach rechts" zufolge ist in Thüringen eine weitere Immobilie in die Hände von Neonazis gefallen. "Der ehemalige NPD-Kader und Veranstalter von mehreren Rechtsrock-Konzerten Tommy Frenck soll ein 3000m² großes Areal inklusive Mehrfamilienwohnhaus gekauft haben. Schräg gegenüber von seiner Gaststätte "Goldener Löwe" in Kloster Veßra. Sollte sich das bewahrheiten, dürfte klar sein, dass Thüringen in den kommenden Jahren noch mehr und noch größere Konzerte und Veranstaltungen der neonazistischen Szene ins Haus stehen", erklärt Gina Hoffmann, Landessprecherin der linksjugend['solid] Thüringen. 

"In jüngerer Vergangenheit gelang es Bündnissen und Anlieger*innen Großkonzerte in Thüringen durch bürokratische Hürden zu verhindern oder zumindest zu beschränken. Nicht selten wurden die Konzerte in kleinerem privatem Rahmen in die Gaststätte von Thommy Frenck verlagert. Mit einer weiteren großen Immobilie werden sich die Neonazi-Konzerte in Zukunft wohl auf die Gebiete um Kloster Veßra konzentrieren, um das Ausweichquartier als feste Instanz zu etablieren. Mit dem dazugehörigen Mehrfamilienhaus können zudem Nazikader aus ganz Europa untergebracht werden, die regelmäßig zu den Konzerten anreisen", so Hoffmann weiter.

"Bereits jetzt ist Thüringen das Bundesland mit den meisten Neonazi-Konzerten pro Jahr. Da die Anmeldungen meist als politische Kundgebung stattfinden, spart sich die neonazistische Szene viele Abgaben und kostet gleichzeichtig Unsummen an Einsatzkräften, die das Gelände absichern müssen. Was mit den Einnahmen, die teilweise in den sechsstelligen Bereich hineinreichen, unter anderem passiert, lässt sich anhand dieses aktuellen Beispiels sehen: Neonazis bauen ihre Infrastruktur weiter aus, indem sie immer mehr Immobilien erwerben", ergänzt Tim Rosenstock, ebenfalls Landessprecher der Thüringer linksjugend. "Die breite Gesellschaft muss endlich dazu bereit sein, aktiv Widerstand gegen neonazistische Ideologien zu leisten. Aber auch die politische und Verwaltungsebene muss aufhören, Neonazis Tür und Tor mit ihren vermeintlichen Kundgebungen zu öffnen. Nur so lässt sich der rechtsradikalen Szene zumindest ein Teil ihrer finanziellen Basis entziehen", fordern Hoffmann und Rosenstock abschließend.