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Hände & Deutschlandfahnen hoch?

Heute ist der Tag der Deutschen Einheit - der bereits seit 31 Jahren die Wiedervereinigung der ehemals getrennten Bundesrepublik zelebriert. Dabei handelt es sich bei dem 3. Oktober nur um den Tag, an dem die DDR offiziell dem Geltungsbereich des (west-)deutschen Grundgesetzes beitrat. 

Eine "Deutsche Einheit" bedeutet in diesem Fall also der öffentlich-rechtliche Beitritt der ehemalig ostdeutschen
Bereiche zur bereits existierenden Bundesrepublik. Eine Vereinigung auf Augenhöhe fand dabei niemals statt.Stattdessen wurden die ehemaligen DDR-Bezirke zu "neuen" Bundesländern, die sich von nun an einer kapitalistischen, westlich gestützten Ideologie zu beugen hatten. 

Nur damit wir uns nicht falsch verstehen - niemand sollte der "guten alten Zeit" alias der SED-Diktatur in der DDR hinterher trauern. Die Wiedervereinigung war für viele Menschen das Ende einer langen, staatlichen Trennung, die zahlreiche Familien auseinander riss und bis heute das Leben der Menschen beeinflusst.

Letztlich bedeutete der Fall der Mauer auch den Sieg im Jahrzehnte andauernden Kalten Krieg
- zugunsten des Antikommunismus. 

Von der ursprünglichen Idee des Volkseigentums blieb nichts mehr übrig. Die gegründete Treuhandanstalt privatisierte die meisten Betriebe und verkaufte sie günstig an westdeutsche Investor*innen - nachdem die sowjetisch Besatzungsmacht zuvor bereits zum Teil ganze Betriebe abgebaut und ins Ausland verfrachtet hatte. Innerhalb kürzester Zeit verloren über3 Millionen Menschen ihre Arbeitsstelle - ohne Entschädigung, ohne Entschuldigung, ohne langfristige Perspektive. 

Auch einige fortschrittliche Errungenschaften der DDR wurden mit der Wende wieder zunichte gemacht. Beispielsweise die kostenlose Ausgabe der Verhütungspille an Frauen, ab 1972, oder das Modell der Ganztagskindergärten, das bis heute vorwiegend in den "neuen" Bundesländern vertreten ist. Von einer fairen, gleichberechtigten Vereinigung kann daher nicht die Rede sein. 

Die Wende führte zu einer Blütezeit des neuen Rechtsextremismus, der nach wie vor nicht ausreichend aufgearbeitet wurde. Dies stellt einen Notstand dar, dem wir uns mit großer Aufmerksamkeit widmen müssen.

 

Damit wollen wir euch nicht den freien Tag versauen, jeder Tag frei von ausbeuterischer Lohnarbeit ist ein Gewinn.

 

Aber ein Tag zum Feiern ist der 3. Oktober trotzdem nicht!