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Celine Heß

Equal Pay Day & Gender Pay Gap - Was, wie, warum?

Heute ist Equal Pay Day und wir müssen mal wieder darüber sprechen, was alles schief läuft.
Menschen verdienen überall auf der Welt unterschiedlich, gleich ist nur dass Frauen* prozentual überall weniger verdienen. Den Gender Pay Gap ( geschlechtsspezifischer Lohnunterschied) mögen viele für einen Mythos halten, aber verschiedene Statistiken sprechen für sich. Verwirrend ist, das jede etwas anderes zu sagen scheint und die Zahlen teilweise stark schwanken. Der Grund dafür ist jedoch relativ simpel, man unterscheidet allgemein zwischen bereinigtem und unbereinigtem Pay Gap. Letzterer ist unserer Meinung nach der relevante, denn er bezieht Lebensrealitäten mit ein.

Der unbereinigte Gender Pay Gap liegt bei ungefähr 21% und ist höher als der bereinigte, denn er bezieht mehrere Faktoren mit ein. Zum Einen die Tatsache, dass noch immer sogenannte „Frauenberufe“ schlechter bezahlt werden. Frauenberufe sind, wie der Name sagt, Berufe die noch immer fast nur oder überwiegend von Frauen* ausgeführt werden. Das sind meist Tätigkeiten u.a in der Pflege und Erziehung, Tätigkeiten, die mit traditionell weiblichen Eigenschaften in Verbindung gebracht und deshalb monetär abgewertet werden. Während der Frauen*anteil in Männer dominierten, prestigeträchtigen Bereichen zunimmt, ist das anders herum eher nicht der Fall. Dass Beschäftigte in der Pflege wesentlich besser bezahlt werden müssen und wie wichtig die Arbeit ist sollte eigentlich nicht weiter diskutiert werden müssen.
Ein weiterer Grund für den Lohnunterschied ist, das Frauen* wesentlich häufiger geringfügig beschäftigt bzw. in Teilzeit arbeiten, da ihr privates Engagement für die Familie meist höher ist. Männern wird der Fokus auf die Karriere verziehen, während Frauen* unter Druck gestellt Familie und Beruf vereinbaren oder eben Zuhause bleiben müssen. Sorge- und Haushaltsarbeit erfährt zudem kaum Anerkennung und wird nicht entlohnt, so sehr Menschen dabei auch an ihre Grenzen gehen. Jedem ans Herz gelegt sei hier "Care Revolution" von Gabriele Winker.
Trotz Quote (nicht unumgehbar) seit 2016 finden sich noch immer bedeutend weniger Frauen* in Führungspositionen wieder, in denen Männer bevorzugt einander einstellen. Es hält sich die konservative Auffassung, eine Frau* habe bescheiden, zurückhaltend und leise zu sein, ja nicht zu viel Raum einnehmen.

Was also wollen wir? Es ist wichtig Transparenz herzustellen, Lohnunterschiede sichtbar zu machen um sie zu bekämpfen. Wir wollen gleichen Lohn für gleiche Arbeit und gleiche Chance bei gleichen Qualifikationen, Schluss mit Männerdomäne auf Führungsebene. Wir wollen die Aufwertung von Pflege – und Sozialberufen, faire Partnerschaften und veraltete Frauenbilder raus aus den Köpfen. Armut ist weiblich und was am Ende für uns rauskommt ist eine Rente, bei der Frau* nur abkratzen kann.