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Geschrieben von: Redaktion   
Sonntag, den 23. März 2008 um 16:28 Uhr

Klimawandel und Nachhaltigkeit

 

Der Klimawandel ist das schwerwiegendste globale Problem, vor dem die Menschheit heute steht. Als Folge der ausbeuterischen Produktionsweise der westlichen Industriestaaten, die weder auf Mensch noch Natur Rücksicht nimmt, ist die Erde einer überaus ernsten Gefahr ausgesetzt, die weder durch die Instrumente des Marktes noch durch Alleingänge eines Staates oder Staatenbundes gebannt werden kann.
Jedes Jahr erhöht sich die globale Durchschnittstemperatur, nehmen Naturkatastrophen wie heftige Unwetter, Überschwemmungen oder verheerenden Dürren zu. Die globale Erwärmung bringt das Ökosystem Erde aus dem Gleichgewicht. Die Folgen für Mensch und Natur sind fatal. So droht durch das Abschmelzen der Polkappen eine Erhöhung des Meeresspiegels, die zur Überschwemmung riesiger Gebiete, vor allem in wirtschaftlich ohnehin schwach entwickelten Teilen der Erde, führen wird. Missernten und Wasserknappheit gefährden heute schon die Existenz von Milliarden Menschen, vorwiegend in Afrika und Asien. Die schwerwiegendsten Folgen des Klimawandels treffen also diejenigen, die am wenigsten zu ihrer Ursache beigetragen haben. Da viele der betroffenen Länder in diesen Regionen auch in absehbarer Zeit nicht in der Lage sein werden, diesen Katastrophen aus eigener Kraft entgegen wirken zu können, sind bewaffnete Konflikte um Anbauflächen und sauberes Wasser zu erwarten. Verursacher des Klimawandels sind in erster Linie die westlichen Industriestaaten mit ihrem immens hohen Energiebedarf, der hauptsächlich auf die auf ungezügelten Konsum ausgerichtete Lebensweise zurückgeht. So verbrauchen nur 25 % der Weltbevölkerung 75 % der weltweit erzeugten Energie. Diese wird vor allem für die Herstellung, den Transport, die Nutzung und die Entsorgung der Konsumgüter der Wegwerfgesellschaften benötigt. Dabei bedeutet steigender Konsum gleichzeitig auch immer eine steigende Umweltbelastung, da sich der Ressourcenverbrauch und die Emissionen erhöhen.
Ziel einer nachhaltigen Umweltpolitik muss deshalb die effizientere Nutzung und die Einsparung von Energie und Ressourcen sowie eine maßgebliche Reduzierung von Emissionen sein. Durch technische Lösungen allein wird jedoch kein ausreichender Erfolg erzielt werden können. Auch der Handel mit so genannten Emissionszertifikaten ist keine Lösung, da die Emissionen global gesehen nicht reduziert, sondern lediglich zeitlich verzögert oder in andere Staaten verlagert werden. Eine kritische Hinterfragung der westlichen Lebensweise gehört deshalb ebenso zu einer Klimaschutzpolitik, die nicht nur beruhigen, sondern wirken soll. Wer dem Klimawandel begegnen will, kommt nicht umhin, die Systemfrage zu stellen, denn die Ressourcen der Erde unter fast 7 Milliarden Menschen gerecht aufzuteilen und dabei klimaschonend einzusetzen, ist eine Aufgabe, die das vorherrschende, auf Profit und Ausbeutung orientierte kapitalistische Wirtschaftssystem nicht leisten kann. Wir fordern deshalb ein demokratisches, auf Nachhaltigkeit, Umweltschutz und Gleichberechtigung ausgelegtes Wirtschaftssystem sowie eine auf gleicher Augenhöhe stattfindende Zusammenarbeit zwischen den Nationen.

Umwelt- und Naturschutz

 

Der Flächenverbrauch, das heißt die Umwandlung von landwirtschaftlich genutzten Flächen und natürlichen Lebensräumen in Siedlungs- bzw. Verkehrsflächen, erhöht sich in Deutschland seit Jahren unvermindert. Die Zunahme von Siedlungs- und Verkehrsflächen liegt heute bei etwa 129 ha pro Tag. Trotz der schlechten konjunkturellen Lage der letzten Jahre und zurückgehender Bevölkerungszahlen zeichnet sich keine Umkehr dieses Trends ab. Die Folgen dieser Entwicklung sind sowohl ökologisch, ökonomisch als auch sozial überaus bedenklich. So geht die durch Gebäude und Plätze versiegelte Fläche als Lebensraum für Tiere und Pflanzen verloren. Schnellstraßen und auch Hochgeschwindigkeitsstrecken der Bahn zerschneiden ganze Landschaften, wie z.b. die Thüringer-Wald-Autobahn und die im Bau befindliche Schnellfahrstrecke Nürnberg-Erfurt zeigen. Ökonomisch ist der wachsende Flächenverbrauch vor allem deshalb unsinnig, da die sinkende relative Einwohnerdichte höhere Infrastrukturkosten verursacht. Des Weiteren verschlechtert sich durch eine „Zubetonierung“ und Zersiedelung die Lebensqualität immens.
Die Linksjugend [solid] setzt sich deshalb für die Erhaltung von Naturräumen und Kulturlandschaften ein. Die Flächenverbrauch muss kurzfristig auf ein Null-Wachstum gedrosselt werden, langfristig ist eine großflächige Rekultivierung bebauter Flächen unabdingbar. Immer neue Industrie- und Gewerbegebiete auf der grünen Wiese sind nicht zukunftsfähig. Vielmehr muss in die bestehende Bebauung und Infrastruktur investiert werden. Des Weiteren dürfen Natur- und Landschaftsschutzgebiete nicht durch ökologisch und ökonomisch sinnlose Bauvorhaben zerschnitten und zerstört werden.