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| Geschrieben von: Redaktion |
| Sonntag, den 23. März 2008 um 16:29 Uhr |
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Queer denken heißt Kapitalismus kaputt machen!!! Heute gilt noch immer was August Bebel bereits 1879 erkannte: “In der bürgerlichen Welt rangiert die Frau an zweiter Stelle. Erst kommt der Mann, dann sie.“ Die heutige Gesellschaft ist noch immer patriarchal geprägt. Die physische und strukturelle Unterdrückung der Frau offenbart sich auf allen Ebenen des Systems von der Familie bis an die Spitzen von Wirtschaft und Politik. Die noch immer unterschiedliche Entlohnung von Frauen im Vergleich zu Männern ist nur ein Beispiel für diese Ungleichheit. Die patriarchale Unterdrückung trifft zudem alle Individuen, die nicht der herrschenden männlichen Norm entsprechen, so zum Beispiel MigrantInnen, Menschen mit Behinderung, Lesben, Schwule, Transsexuelle, Transgender, Intersexuelle. Mit dem sozialen Geschlecht werden Menschen auf Grundlage ihres biologischen Geschlechts Eigenschaften zugewiesen, die ihnen stark ungleiche Wege und Handlungsoptionen in der Gesellschaft vorschreiben. Die kapitalistische Gesellschaft bedient sich der patriarchalen Strukturen und reproduziert diese zur Aufrechterhaltung ihrer Ausbeutungsverhältnisse. Daher ist die ökonomische Unabhängigkeit aller Menschen die Grundlage für die vollständige Emanzipation aller.
„Wenn sich herausstellt, dass die Grundprämisse feministischer Politik nicht mehr in einem stabilen Begriff der Geschlechtsidentität liegt, dann ist vielleicht eine neue Form feministischer Politik zu wünschen, die den Verdinglichungen von Geschlechtsidentität und Identität entgegentritt: eine Politik, die die veränderlichen Konstruktionen von Identität als methodische und normative Voraussetzung begreift, wenn nicht gar als politisches Ziel anstrebt“
Für uns ist ein linker emanzipatorischer Ansatz die Dekonstruktion des Geschlechts, da nur so eine völlige Gleichbehandlung des Menschen erfolgen kann, ebenso wie die Bewertung des Individuums. Um dieses durchsetzen zu können, liegt es an jedem/jeder einzelnen das eigene geschlechtsstereotype Verhalten zu reflektieren. Niemand sollte sich in entsprechende Stereotype zwingen lassen. Als weiteren Ansatz sehen wir eine geschlechtsunspezifische Erziehung der nachfolgenden Generation. Insbesondere Väter sollten in Erziehungsfragen wesentlich mehr Verantwortung übernehmen. Beziehungsweisen
Wir gehen von dem Grundsatz aus, dass jeder und jede seine eigene ungezwungene freie Entscheidung über die ihm frei gewählte Beziehungsform, einschließlich der Ehe, frei treffen kann und dass diese Entscheidung zu respektieren ist. Trotz allem ist die (heteronormale) Ehe zu kritisieren als Institution in einer kapitalistischen Gesellschaft aus folgenden Punkten: Bildungsweisen „Man wird nicht als Frau geboren, man wird dazu gemacht.“
Während konservative Kräfte hinter Mädchenförderungsprogrammen die Abschaffung der Koedukation verstecken, treten wir nicht für eine spezielle Mädchenförderung, sondern eine individuelle Begabtenförderung sowie eine individuelle Benachteiligtenförderung ein. Es gibt keinen wissenschaftlichen Beweis für einen Zusammenhang zwischen Geschlecht und Begabung. Geschlechtsspezifische Neigungen sind eine Folge von Geschlechterstereotypen und nicht biologisch bedingt. Auch Defizite männlicher Jugendlicher und Kinder im schulischen Bereich sind Folge eines auf Delinquenz* fokussierten Rollenbildes. Ein Aufbrechen von Geschlechterstereotypen kann nur erfolgen, wenn insbesondere jungen Menschen auch alternative Lebensformen jenseits normativer Wertevorstellungen präsentiert werden. Arbeitsweisen
Europaweit herrscht noch immer eine Lohndifferenz von 15% zwischen dem Verdienst von Männern und Frauen. In Deutschland beträgt sie jedoch ca. 22%. Es gibt keinen haltbaren Grund Frauen geringer zu entlohnen als Männer bei gleicher Arbeit. Offensichtlich ist ebenfalls die mehrheitliche Beschäftigung von Frauen im Niedriglohnsektor. Im profitorientierten Weltbild des Neoliberalismus ist die Arbeit im sozialen Bereich weniger Wert, da sie keine materiellen Gewinne bringt. Aus diesem Grund sehen wir die momentane Situation nicht nur als äußerst ungerecht an sondern zum Widerstand aufrufend. Gerade für Frauen heißt dies, sich auf tariflicher Basis in Gewerkschaften gegen ungleiche Entlohnung und ungerechte Bewertung von Arbeit zu wehren. Teilzeitarbeit wird überwiegend von Frauen (mit Familie) verrichtet und ist das Armutsrisiko Nummer eins für Frauen. Durch ein konservatives gesellschaftsprägendes Familienbild wird diese Bevölkerungsgruppe vorwiegend in Mini- und Midijobs, Teilzeitarbeit und Zeitarbeit gedrängt. Dadurch zeigt sich deutlich die finanzielle Abhängigkeit von Frauen gegenüber Männern als Zuverdienerin. Außerdem verrichten Frauen den größten Teil unbezahlter Arbeit. Abhilfe kann dem nur die soziale Grundsicherung schaffen. Leistungsweisen
Jeder Mensch, egal welchen Geschlechts, ist für Führungspositionen bei entsprechender Qualifikation geeignet. Da jedoch in den höheren Führungsetagen überwiegend Männer zu finden sind, ist auf eine entsprechende Chancengleichheit zwischen Männern und Frauen zu achten. Dem ungeachtet müssen Frauen mehr Möglichkeiten geboten werden, in Führungspositionen aufzusteigen, in dem der Staat zum Beispiel mehr Verantwortung bei der Kinderbetreuung übernimmt. Gewalt
Zum Großteil sind Frauen Opfer sexualisierter Gewalt, daher sprechen wir uns für den Erhalt von Frauenhäusern aus und eine durchsetzbare Finanzierung. Nichts desto trotz darf sexualisierte Gewalt gegenüber Männern nicht übersehen werden. Auch hier müssen spezielle Schutzräume für männliche Opfer geschaffen und etabliert werden. Quotenweise
Wir sprechen uns ganz klar für eine Mindestquotierung von 50% aus auch wenn wir diese als positive Diskriminierung erachten und somit als eine unbefriedigte Situation. Deshalb sehen wir als Fernziel eine Aufhebung der Quote. Denn erst wenn eine Mindestquotierung nicht mehr notwendig ist, haben wir eine reale Gleichberechtigung. Darüber hinaus setzt sich der Jugendverband ein, junge Frauen mehr für Politik zu begeistern. |
























