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Energie PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Redaktion   
Sonntag, den 23. März 2008 um 16:29 Uhr

Energie und Verkehr

 

Die Welt ist ein Dorf, Mobilität ist selbstverständlich, Luxus und Verschwendung auch, zügelloser Umgang mit den natürlichen Ressourcen Alltag. Jedenfalls trifft das für die so genannte westliche Welt zu. Dies alles erreicht in nur einem einzigen Jahrhundert, dem Zwanzigsten. Dieses Jahrhundert nun beginnt mit der düsteren Vorahnung, dass die Industrialisierung und unbeschränkte Mobilität Folgen haben wird, sowohl für die Umwelt und das Klima, als auch auf die Rohstoffquellen des Planeten Erde.
Der weltweite Energieverbrauch wird sich ungeachtet dieser erkannten Probleme bis 2050 verdoppeln, die fossilen Rohstoffquellen werden bis zum Ende dieses Jahrhunderts massiv dezimiert, wenn nicht sogar weitgehend erschöpft, auf jeden Fall so teuer sein, dass Besitz oder Nichtbesitz von alternativen Energiequellen über die Zukunft von Volkswirtschaften entscheiden wird. Nicht zuletzt für Europa und im speziellen Deutschland, das heute zu 62% seine Energiequellen importieren muss, stellt sich die wirtschaftliche Überlebensfrage. Die Lösungsansätze sowohl für eine anstehende Energie-, als auch Umweltkrise sind vielschichtig und können nicht von heute auf morgen umgesetzt werden. Alternative Energiequellen und neue Ansätze zur Verminderung des Energieverbrauchs in den Sektoren Strom- und Wärmeversorgung, sowie Verkehr und Kraftstoffe gilt es zu erschließen.
Industrienationen wie Deutschland haben die Verantwortung gegenüber Schwellen- und Entwicklungsländern in der Breite einsetzbare Technologien gegen den Klima- und Rohstoffgau zu entwickeln und zur Verfügung zu stellen, sowie mit gutem Beispiel voranzugehen. Dies muss geschehen durch Maßnahmen zur Reduzierung des Energiebedarfs, Steigerung der Energieeffizienz und Erhöhung des Anteils regenerativer Energie, unter der Garantie der Verfügbarkeit von Energiequellen für alle. Die Marke wurde bereits gesetzt, zumindest die Halbierung des weltweiten CO2- Ausstoßes bis 2050 muss erreicht werden.

Neue Wege bei der Stromerzeugung wagen

 

Auf dem Sektor der Stromerzeugung hat sich in Deutschland schon viel bewegt. Bereits 12% des Stromverbrauchs kann durch regenerative Energiequellen abgedeckt werden, was dem Stromverbrauch von Berlin und Brandenburg entspricht. Fast die Hälfte davon wird durch Windkraftanlagen generiert, beinahe 20% durch Biomasse.
Bis 2023 will die Bundesregierung zudem den Atomausstieg bewältigt haben, wobei die 26% der deutschen Stromproduktion, die Atomstrom ausmacht, CO2 neutral kompensiert werden sollen. Viele der aktuell im Betrieb befindlichen Kohlekraftwerke sind zwischen 25 und 50 Jahre alt und müssen perspektivisch ersetzt werden, Teile des deutschen Leitungsnetzes sind überholungsbedürftig. Kritisch zu hinterfragen in Bezug auf die breite Verfügbarkeit von Strom ist aber auch die Konzentration der Energieerzeuger und ihrer starken Lobbypolitik. Immerhin liegen 80% der Kraftwerkskapazitäten in der Hand von gerade mal vier Verbundunternehmen. Ob diese oligopolen Strukturen einen fairen Energiehandel garantieren, musste schon mehrfach bezweifelt werden.
Der Jugendverband Linksjugend ['solid] Thüringen fordert den Stromverbrauch bis 2020 um mindestens 25% zu senken und den Anteil von regenerativen Stromquellen auf mindestens 30% zu steigern. Windenergie muss flächenschonend durch Repowering von Windkraftparks, aber auch durch den Aufbau von Offshoreanlagen im Meer erfolgen. Auf Grund der nachweisbaren Gefahren und Schäden, die durch die heutzutage eingesetzte Kernkrafttechnologie bestehen, fordern wir einen beschleunigten CO2- neutralen Atomausstieg bis spätestens 2017. Der in den kommenden Jahren notwendige Neubau von Kraftwerksanlagen muss genutzt werden um innovativen Ansätzen zum Durchbruch zu verhelfen und die Wirkungsgrade von Kohle- und Mineralölkraftwerken drastisch zu steigern.
Mittelfristig muss es gelingen geothermische Energie im breiten Umfang nutzbar zu machen. Die Energiegewinnung durch Kernfusion muss langfristig im Auge behalten werden. Die heutige Konzentration der Energieerzeugung in Deutschland auf wenige große Anbieter ist unserer Meinung nach für den Energiemarkt schädlich. Da die Energieversorgung für die Gesellschaft von zentralem Interesse ist und sich mit gewinnorientierten Zielen der entsprechenden Unternehmen nachweisbar nicht deckt, ist eine andere Form als die der privatwirtschaftlich organisierten Unternehmen anzustreben. Darüber hinaus fordern wir eine Stärkung der regionalen Stromversorger.

Energiebedarf der Haushalte reduzieren

 

Der Energiebedarf in Haushalten besteht zu fast 90% aus Maßnahmen zur Deckung des Wärmebedarfs und wird zu einem großen Teil durch Gas- und Mineralölheizungen realisiert, nur reichlich ein zehntel aller Haushalte sind an Fernwärme angeschlossen. Das Potential zur Wirkungsgradsteigerung von Heizungsanlagen und Einsatz von Fernwärme, aber auch alternative Ansätze sind vielversprechend. Bis zum Jahr 2030 können nach seriösen Schätzungen der Wärmeleistungsbedarf gegenüber Mitte der 90er Jahre halbiert und der Wirkungsgrad von Erdgas- und Mineralölheizungen verdoppelt werden.
Als Jugendverband fordern wir deshalb, dass der Einsatz von Kraft-Wärme-Kopplungen überall wo möglich Einsatz findet. Gebäude die nicht oder nur mit sehr hohem Aufwand an eine zentrale Wärmeversorgungsquelle angeschlossen werden können, sollen durch geeignete Fördermaßnahmen verstärkt durch regenerative Energiequellen ihren Wärmebedarf decken können. Durch zielgerichtete Maßnahmen soll die massive Reduzierung der Wärmebedarfe von Gebäuden vorangetrieben werden. Der Energiebedarf von Haushaltsgeräten wie Waschmaschinen und Kühlschränken ist insgesamt rückläufig, jedoch besteht auch dort Einsparungspotential. Insbesondere jedoch auch die Geräte mit Standby- Funktion stellen einen nicht zu unterschätzenden Faktor dar. Wir fordern, dass Standby- Funktionen in Elektrogeräten, wo sinnvoll, abgeschafft werden.