Ich suche...

Linksjugend ['solid]

Über uns

Downloads

Kontakt



  

Arbeit PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Redaktion   
Sonntag, den 23. März 2008 um 16:25 Uhr

Zentraler Faktor des Sozialsystems ist Arbeit. Diesen Begriff gilt es aus Sicht der Linksjugend [´solid] kritisch zu hinterfragen. Wir müssen neue Wege gehen und uns für Alternativen zum klassischen Arbeitsbegriff stark machen. Arbeit kann heute nicht mehr nur als abhängige Beschäftigung zur Reproduktion von Arbeitskraft, bzw. zur Schöpfung von Mehrwert gesehen werden. Soziale Sicherungssysteme, die ausschließlich auf das Einkommen aus Lohnarbeit setzen, sind sozial ungerecht, da andere Einkommensarten außer Acht gelassen werden. So werden maßgebliche Gewinne durch Spekulation, durch Zinswirtschaft und Einkünfte aus Immobiliengeschäften völlig vernachlässigt. Will man soziale Sicherungssysteme zukunftssicher und sozial gerecht gestalten braucht es neue Grundlagen der Besteuerung. Dabei kann nicht, wie bisher die Lohnarbeit zentraler Faktor sein, sondern die Einkommensentwicklung muss der Drehund Angelpunkt für künftige soziale Sicherungssysteme sein. Dabei darf es keine Rolle spielen, wer wie Einkommen erzielt, einzig der Fakt, dass jemand Einkommen erzielt ist relevant. Des Weiteren setzt sich Linksjugend ['solid] Thüringen für ein neues, emanzipatorisches Verständnis von Arbeit ein. Die klassische Vorstellung von Lohnarbeit mit dem Maximalziel der Vollbeschäftigung entspricht nicht unserem Bild einer modernen Gesellschaft. Deshalb lehnt die Linksjugend [solid] jegliche Form von Arbeitszwang ab.

Für uns ist eine Neubewertung von Arbeit und ehrenamtlicher bzw. gesellschaftlicher Tätigkeit unabdingbar, denn darin liegt ein Schlüssel zur Befreiung von den Zwängen der kapitalistischen Ordnung. Die Möglichkeit zur Selbstverwirklichung eines jeden Menschen ist unser erklärtes Ziel. Dies erfordert die Schaffung entsprechender Freiräume zur Entfaltung individueller Lebensvorstellungen. Ein primär auf die Sicherung des Lebensbedarfs ausgerichtetes und auf Lohnarbeit konzentriertes Leben entspricht nicht unseren Ansprüchen als sozialistischer und emanzipatorischer Jugendverband.

Ein weiterer Aspekt bei der Diskussion um Arbeit ist die Trennung von Produkt und Produzenten. Dadurch werden Abhängigkeiten geschaffen, die sich in Eigentumsverhältnissen widerspiegeln. Wir wollen das Produkt stärker mit dem Produzenten und allen am Prozess der Produktion Beteiligten zusammenbringen, denn genau durch diese Trennung wird die Gesellschaft gespalten, Eigentum wird zur Trennwand der Gesellschaft, diejenigen die Produkte dann besitzen enteignen die Produzierenden und diejenigen, die Produkte erschaffen werden zu Randfiguren der Gesellschaft und des Arbeitsprozesses deklassiert. Deshalb muss über eine Vergesellschaftung der Produktionsmittel gesprochen werden, denn darin manifestiert sich Ausbeutung, Abhängigkeit und die Herrschaft des Kapitals über die Arbeit und den Menschen. Linke Sozialpolitik muss den Menschen im Fokus haben, nicht das Kapital!